TAKING ROADS LESS TRAVELLED AND RARELY SEEN!
For a change, I would like to put something German on my blog.
Ich war auch in September dort, und habe einige Tage mit die Gruppe verbracht/begleitet.
PRESSMITTEILUNG
Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee
Geschäftsführer: Dr. J. Jakob Fehr,
Hauptstr. 1, 69245 Bammental, Deutschland
Tel. 06223-5140,
fehr@dmfk.de;
Wir vermitteln Ihnen gerne Interviewpartner
Kontakt: Ellen Leutbecher, E-Mail: ellen_leutbecher@arcor.de, Tel: 07621 799 618
Auf der Suche nach Hoffnungszeichen in einem zerrissenen Land
CPT Inforeise machte palästinensische Perspektive erlebbar
Bammental, Oktober 2011 - zwölf Teilnehmende der diesjährigen CPT (Christian Peacemaker Teams) Inforeise nach Palästina trafen sich zum Auswertungstreffen in Bammental. Sie berichteten von vielfältigen Denk- und Veränderungsprozessen, die nach der vom Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) mit Christian Peacemaker Teams (CPT) organisierten Reise einsetzten. Diese gingen von einem besseren Verständnis des Leidens der palästinensischen Bevölkerung, über einen neuen Blick auf die Bibel, die Wahrnehmung unserer Privilegien im Vergleich zu Palästinensern und anderen benachteiligten Gruppen bis hin zu Umweltthemen wie Wasserknappheit.
Angesichts der Lebensumstände in den Palästinensergebieten und der langen Zeit, die die israelische Besatzung schon dauert, ist es verständlich, dass viele den Weg in die Resignation oder die Emigration wählen. Manche greifen auch zu Gewalt, was die Situation verschlimmert.
Berichte von Hauszerstörungen, willkürlichen Verhaftungen und nächtlichen Razzien erschütterten die Reisenden genauso wie die fortschreitende Landnahme durch israelische Siedler, die an vielen Stellen klar erkennbar ist. An mehreren Orten schützt CPT Kinder, deren Schulweg an Siedlungen vorbeiführt. Täglich müssen sie von internationalen Freiwilligen begleitet werden, um Übergriffe zu verhindern. In einem Fall griff sogar das israelische Parlament ein und verfügte, dass Soldaten den Schulweg zu sichern hätten.
Hebron
In Hebron beteiligte sich die Reisegruppe an der Arbeit der lokalen CPT-Gruppe. Sie nahm an den täglichen Rundgängen, an der Begleitung von gefährdeten Schulkindern auf ihrem Weg und an Führungen im Stadtgebiet teil. Hier findet man auf engstem Raum alle Aspekte des israelisch-palästinensischen Konflikts: Israelische Siedler, die versuchen, immer neue Teile der Innenstadt zu besetzen und zu kontrollieren, massive Militärpräsenz, um sie zu schützen, Palästinenser, die unter widrigen Bedingungen versuchen, ihren Alltag zu meistern und internationale Beobachter, die die Situation dokumentieren und versuchen, gewaltsame Zusammenstösse und Willkürakte zu verhindern.
Ostjerusalem
Noch komprimierter erlebten die Reisenden den Konflikt auf einem Grundstück in Ostjerusalem. In diesem Bereich versuchen Siedler, einen ganzen Strassenzug unter ihre Kontrolle zu bringen. Auf einem Grundstück leben junge “Siedler”, die das von Palästinensern gebaute Vorderhaus besetzt haben. Im Hinterhaus lebt die palästinensische Familie, der das Grundstück gehört und dazwischen, in einem Zelt, sind internationale Beobachter, um Übergriffe auf die palästinensische Familie zu verhindern.
Hoffnungszeichen gefunden
Hoffnungszeichen waren trotz der Misere immer wieder sichtbar. Da ist die Familie Nassar, die auf ihrem Land unter schwierigen Bedingungen ausharrt, das von 4 Siedlungen umgeben ist. Ihnen gelang es, soviel internationale Solidarität zu mobilisieren, dass sie auch nach 10 Jahren noch auf ihrem Weinberg leben können. Das DMFK und die Mennonitengemeinde Ingolstadt unterstützen das Projekt “Zelt der Völker“ finanziell und durch zwei deutsche Freiwillige, die dort ein Jahr mitarbeiten wollen.
Wohltuend war es, zahlreiche israelische Friedensgruppen zu treffen, die vehement gegen Unrecht protestieren, das von ihrer eigenen Regierung unterstützt wird. Sie bauen auch zerstörte Häuser wieder auf oder ermöglichen, dass Palästinenser vor israelischen Gerichten zu ihrem Recht kommen.
Zukunft der CPT Arbeit
“Wir sind nicht die Baumeister, sondern Arbeiter auf dem Bau” sagte Marius van Hoogstraaten, Organisator der Inforeise, in seiner einleitenden Andacht beim Nachtreffen mit einem Zitat von Oscar Romero. Wir müssen nicht alle Aspekte verstehen und können doch in unserem Bereich etwas bewegen, ohne das grosse Ziel zu erkennen.
Die Sorge um die explosive Situation in Israel und Palästina und die Erfahrung einer zeichenhaften gewaltfreien Arbeit, wie sie CPT in Hebron tut, motivieren die Gruppe zu weiterem Engagement. Geplant ist die Stärkung der CPT-Arbeit in Europa z.B. durch eine weitere Inforeise und durch die intensivere Vernetzung der deutschsprachigen “CPT-Freunde”.
Die persönlichen Erlebnisse und Eindrücke sind weiterhin auf dem Reiseblog der Gruppe nachzulesen.
http://cptreise2011.wordpress.com
Wer Reiseteilnehmende zu einem Bericht einladen möchte, wende sich an das DMFK (e-Mail: cpt@dmfk.de
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